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  • Doula Doris

Die Macht der Worte (7) - Affirmationen und Zielsätze


Positive Affirmationen sind ein Werkzeug aus der Autosuggestion. Die Methode stammt von dem französischen Apotheker Emil Coué, einem Zeitgenossen von Sigmund Freud. Damit sind positive Affirmationen alles andere als neu und sollen helfen, das Unterbewusstsein zu beeinflussen, neu zu strukturieren und so positiv zu polen. Eine Studie aus dem Jahr 2015 hat sich umfassend mit der Wirkung von positiven Affirmationen auf unser Gehirn auseinander-gesetzt. Mithilfe von Magnetresonanz-Tomografie konnte festgestellt werden, dass positive Affirmationen das Belohnungszentrum und den Bereich für Selbstreflexion verstärkt aktivieren. Besonders starke Aktivität war bei positiven Affirmationen feststellbar, die sich auf die Zukunft richteten.


Viele Frauen tragen Ängste oder Glaubenssätze mit sich herum, wenn es um das Thema Geburt geht. So sind sie zum Beispiel der Meinung, eine Geburt ist immer anstrengend, dauert viele Stunden lang und ist mit Sicherheit auch schmerzvoll. Diese Überzeugungen können sehr tief verankert sein, ausgelöst durch eigene negative Erlebnisse oder durch beeindruckende Erzählungen aus dem Umfeld. Manchmal gibt es bestimmte Sätze, die man von der eigenen Mutter schon seit seiner Kindheit immer gehört hat, wie: „Du warst eine schwere Geburt!“ Fünf Worte, die die eigene Vorstellung von Geburt sehr deutlich prägen.


Den eigenen negativen Glaubenssätzen auf den Grund zu gehen, ist im Optimalfall der erste Schritt zur Entwicklung von ganz persönlichen Affirmationen in Vorbereitung auf eine Geburt. In unserem Gehirn gibt es unzählige neuronale Verbindungen. Je öfter eine bestimmte Verbindung „befahren“ wird, das heißt, je öfter wir eine Botschaft hören, lesen, sagen oder denken, desto stärker wird dieser Nervenstrang. Alte, festgefahrene Überzeugungen zu erkennen, zu hinterfragen und durch positive zu ersetzen ist eine sehr effektive Art, sich vorzubereiten. Es gilt, Mut und Zuversicht zu sammeln und den Geist durch positive Gedanken für die Geburtsreise zu stärken.

Bei der Erstellung der Affirmationen ist darauf zu achten, dass sie positiv und in ganzen Sätzen formuliert und glaubwürdig sind. Ein Satz mit Lippenstift auf den Spiegel geschrieben, ein Post-it am Kühlschrank, ein Hintergrundbild am Laptop und eine selbstgeschriebene Affirmationskarte am Klo sind wunderbare Möglichkeiten, die positiven Glaubenssätze über den Tag verteilt immer wieder in sein Unterbewusstsein zu bringen und den neuen Nervenstrang zu „befahren“. Laut vorsprechen, rufen, flüstern, singen oder ein Audio aufnehmen, es mit Musik hinterlegen und dann während der Fahrt zur Arbeit oder des Kochens zu hören - je bunter und kreativer die Inputs sind, desto effektiver und schneller prägen sie sich ein.


In dieser Phase ist es zusätzlich sinnvoll, sich gut von allen negativen Inputs abzugrenzen und das auch klar zu kommunizieren. Dem Umfeld mitzuteilen, dass man ab sofort nur noch positive Geburtsgeschichten hören möchte und Online- und Offline-Gruppen zu meiden, deren Tenor nicht mit den eigenen Geburtsvisionen übereinstimmen, ist ein wichtiger Schritt, um ein durchwegs positives Mindset zum Thema Geburt aufzubauen oder zu erhalten.

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